Zum ersten Mal forschen Jugendliche aus unterschiedlichen Kulturen an gemeinsamen naturwissenschaftlichen und technischen Projekten. Der Blog berichtet von der ersten Fahrt von Jugendlichen aus dem Schülerforschungszentrum Nordhessen SFN an den Polarkreis nach Nowy Urengoi und der Zeit danach bis zum Abschluss des Gegenbesuchs im November 2019.

Blog von KP Haupt über die erste SFN Sibirienfahrt

Donnerstag, 20. Dezember 2018

Auflösung

Lösung zu Tür 19:

Am Erdäquator ist die Sonne jeden Tag 12 Stunden über dem Horizont. Da sie senkrecht auf- und untergeht, dauert die Dämmerung etwa eine Stunde. Also ist es dort 13*365 = 4745 Stunden im Jahr hell.

Am Nordpol ist vom 21.3. bis zum 23.9. Polartag, da ist die Sonne 24 Stunden über den Horizont.
Der Sonnenuntergang dauert etwa 2 Tage, ebenso der Aufgang. Da die Sonne täglich nur sehr wenig ihre Höhe ändert, dauert die Dämmerung knapp 3 Wochen.
Damit kommt man auf 5520 helle Stunden.

Der Polartag am Südpol ist 8 Tage kürzer (unser Winterhalbjahr), deswegen kommt der Südpol nur auf 5352 helle Stunden.

Für den Polarkreis habe ich die Zeiten auf Grund von SA- und SU-Tabellen sowie Angaben zur Dämmerung abgeschätzt. Ich komme auf 5610 helle Stunden für den nördlichen Polarkreis.
Am südl.Polarkreis ist es wegen des kürzeren hellen Halbjahres weniger, man kommt auf unter 5400 Stunden.
Verblüffend ist es schon, dass es am nördlichen Polarkreis heller als am Nordpol ist: aber die wesentlich längere Zeit, die die Sonne am Himmel sichtbar ist (nur einen Tag geht sie nicht auf) und ähnlich lange Dämmerungszeiten gleichen die halbjährige Polarnacht am Pol mehr als aus. Und wenn man vom nördl. Polarkreis weiter nach Norden geht, nimmt die Anzahl der Tage, an denen die Sonne überhaupt nicht aufgeht deutlich zu, die Verlängerung der Dämmerung durch den flacheren Sonnenverlauf ist nicht so gravierend.

Sonnenanbeter und Helligkeitsfans sollten also zum Polarkreis auswandern. Wer es gerne kuschelig dunkel mag, sollte zum Äquator auswandern.

Die Zeiten sind nur ungefähre Werte. Ich habe Dämmerungen zwischen bürgerlicher (man kann noch im Freien lesen) und nautischer (man sieht noch den Horizont, aber auch schon Sterne) angenommen.
Aber die Unterschiede der Zeiten sind so groß, dass die Lösung sicher d) richtig ist.

Hinzu kommt noch ein weiterer Effekt: Im Norden liegt häufig Schnee. Die Schneedecke reflektiert alles Restlicht und hellt die Nacht auf. Am Polarkreis kommen die Polarlichter dazu, die ebenfalls leuchtende Effekte bilden.
Und dann: Im Norden gibt es längere klare Perioden. Das typische bedeckte Schmuddelwetter mit Tagen, die nicht hell werden ist da eher selten.

Alles zusammen: Am Polarkreis ist es gar nicht so dunkel.

Also: Wer übers Jahr gesammelt viel Licht will, sollte nach NU ziehen!

Quote richtiger Lösungen: 50% 

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