Zum ersten Mal forschen Jugendliche aus unterschiedlichen Kulturen an gemeinsamen naturwissenschaftlichen und technischen Projekten. Der Blog berichtet von der ersten Fahrt von Jugendlichen aus dem Schülerforschungszentrum Nordhessen SFN an den Polarkreis nach Nowy Urengoi und der Zeit danach bis zum Abschluss des Gegenbesuchs im November 2019.

Blog von KP Haupt über die erste SFN Sibirienfahrt

Freitag, 12. April 2019

Donnerstag

Do 11.4.

Für den heutigen Tag war kulturelles Besichtigungsprogramm geplant. Wir wurden wieder von unseren drei "Fremdenführerinnen" abgeholt und besuchten in der direkt neben dem Hotel liegenden Universität das


Institut für moderne Werkstoffe
Dort erhielten wir wieder zusammen mit den tschechischen und slowkischen Gästen eine Führung mit Demonstration. Leider nur auf Russisch, es ging aber um kohlenstoffhaltige Werkstoffe.

Nebenbei hatte ich Gelegenheit mich mit Yana, einer an der Organisation des Wettbewerbs beteiligten Schülerinnen, zu unterhalten. Sie und viele andere Lernende der Schule Nr. 1553 sind für die Zeit des Wettbewerbs vom Unterricht freigestellt und nehmen teils tragende Aufgaben in der Organisation des Wettbewerbs wahr. Der Grund für das Hervortreten der Schule ist, dass der Wettbewerbsleiter Leontovich sie selbst gegründet hat! Nicht nur deshalb hat die Schule eine Sonderstellung, sie verfolgt auch ein ganz anderes Lehrkonzept als sonst üblich: Die Lehrer sind nur nebenberuflich als solche tätig und sind eigentlich Wissenschaftler, Juristen usw. Der Lehrschwerpunkt liegt auf praktischen Anwendungen, Sprachen und Interessenentfaltung (also viele Wahlkurse). Außerdem werden jährlich Projektarbeiten gemacht, wobei ein ähnlicher Ansatz wie im SFN verfolgt wird: Die Schüler wählen Thema, Projekt und Methoden selbst und nehmen ihre Arbeit in die eigene Hand. Dabei werden sie von den Lehrern unterstützt, aber nicht angeleitet. Einziger Unterschied zum SFN ist, dass meist allein gearbeitet wird.
Ich komme nach meinen Erlebnissen in Novy Urengoy zu dem Schluss, dass nur jemand freie Projektarbeit zulassen und fördern kann, der sich selbst frei in seiner Arbeit fühlt.




Paläontologisches Museum
https://de.wikipedia.org/wiki/Pal%C3%A4ontologisches_Museum_Moskau

Relativ weit entfernt vom Stadtzentrum liegt das Orlov Museum für Paläontologie, welches zu den Top 10 Sehenswürdigkeiten Moskaus zählt. Die Exponate datieren zurück bis ins 18 Jh. und stammen aus dem Gebiet Ostrusslands. Obwohl die Tausenden von kleinen Fossilien eigentlich mehr über die Urgeschichte des Lebens auf der Erde verraten, sind es doch die riesigen Saurierskelette die einen in ganz direkter Art in Staunen versetzen. Die Beschriftungen waren leider nur auf Russisch, die Exponate sprachen mit etwas Vorwissen aber für sich. Für mich waren die Überreste von den Lebewesen besonders interessant, die eine Zwischenstufe zwischen den ganz frühen wassergebundenen Lebensformen und den späteren Landlebewesen bilden.






Tretjakov Galerie
https://de.wikipedia.org/wiki/Tretjakow-Galerie

Moskau bietet über 600 Museen, von denen fast die Hälfte Kunstgalerien sind. Somit war klar, dass wir zumindest eine davon besuchen wollten. Wir entschieden uns für die bekannte Tretjakov Galerie, welche mit weit über 100 000 Kunstwerken zu den größten in Russland zählt und darum mehrere Gebäude beansprucht. Hier findet man Kunstwerke aus fast 1000 Jahren russischer Kunst; aber insbesondere aus denen der letzten beiden Jahrhunderte konnte man ein gutes Gefühl für das historische Russland (wie man es sich in Deutschland vorstellt) bekommen. Natürlich konnten wir nur einen ganz kleinen Teil der Ausstellung sehen.






Bankett

Zum Tagesabschluss besuchten die Schüler vorbereitete Showdarbietungen von Teilnehmern und Schülern der ausrichtenden Schule 1553 und die Lehrer, so auch ich, trafen sich zum Bankett. Wie schon letztes Jahr in Novy Urengoy erlebt, gab es verschiedene (auch vegetarische) Speisen die ständig nachgelegt wurden, Vodka und mindestens eine (Dankes-)Rede von jedem Teilnehmer, bei der angestoßen wurde. Als kleiner Star gefeiert wurde Alexandr Leontovich, der seit seiner Gründung vor 26 Jahren den Vernadskij-Wettbewerb leitet. Zu später Stunde kamen wir mittlerweile geübten Metrofahrer wieder ins Hotel, weshalb mein Bericht wieder bis zum Morgen warten muss.

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