Zum ersten Mal forschen Jugendliche aus unterschiedlichen Kulturen an gemeinsamen naturwissenschaftlichen und technischen Projekten. Der Blog berichtet von der ersten Fahrt von Jugendlichen aus dem Schülerforschungszentrum Nordhessen SFN an den Polarkreis nach Nowy Urengoi und der Zeit danach bis zum Abschluss des Gegenbesuchs im November 2019.

Blog von KP Haupt über die erste SFN Sibirienfahrt

Donnerstag, 4. Oktober 2018

Einige persönliche Gedanken

Heute war der erste "Arbeitstag" in NU, nach einem tollen und unvergesslichen Zwischenaufenthalt in Moskau.

Wir haben heute einen großartigen Empfang voller Wertschätzung erlebt, beim notwendig gewordenen Krankenhausaufenthalt eines unserer SFNler eine unglaubliche Hilfsbereitschaft sowohl der örtlichen Organisatoren als auch der Gasteltern ("er ist jetzt wie unser eigener Sohn, da müssen wir uns kümmern"), die im Krankenhaus übernachten (obwohl es die Situation nicht notwendig macht).

Ich habe beim Kennenlernnachmittag fröhliche Jugendliche gesehen, die anfangen Freundschaften zu schließen und auch ganz besondere Freundschaften sind entstanden.
Auch die Gastgeschwister kümmern sich ehr um ihren Besuch.

Wir Betreuer sind heute von einem Restaurantbesitzer, der vor einem Jahr als Wirtschaftsvertreter auch im SFN war, zu einem kaukasischen Abendessen (>>> bombastisch!) eingeladen worden.

Ich habe hier vor Ort ein tolles Team, einmal Ilian, der schon vor der Fahrt mir vieles abgenommen hat, dann Valentin, der uns sprachlich zur Seite steht (auch im Krankenhaus dabei war) und Marina mit der ich in allen Dingen vollkommen übereinstimme und die für das Projekt eine tolle Unterstützung ist (und nicht vergessen Natalia, die den tollen Moskaubesuch organisiert hat)

Ich bin von allem sehr angetan, besonders von den Menschen, mit denen ich hier zu tun habe.

Viktor, der Schuleiter, hat mir heute noch einmal seinen Ansatz erläutert: So oft wie es geht und so viel wie möglich weg von der Instruktion hin zur Konstruktion, aber auch so, dass die Lehrer/innen Hilfen und Anleitungen geben.

Mir ist keine deutsche Schule bekannt, die das so konsequent und so erfolgreich durchführt. Respekt!

Im SFN können wir noch extemer sein (ob das immer besser ist, sei erst einmal dahingestellt...), da uns kein Lehrplan, keine Prüfung einengt.

Ich bin mir sicher, dass die Jugendlichen von beiden Seiten her einen gemeinsamen Weg zu eigenen Ansätzen finden werden, den wir für Jahre mit gegenseitigem Gewinn fortführen können. Insofern sind unsere Jungs wirklich die Permafrostpioniere.

Aber auch die Jugendlichen begeistern mich, sie lassen sich auf Neues ein, sind bereit andere Wege zu gehen und ich bin mir sicher sie werden das Ganze zum Erfolg führen.

Und wenn ich die russischen und die deutschen Jugendlichen ansehe, merke ich, dass sich meine These bestätigt: Die Jugend kennt keine Genzen, sie akzeptiert Unterschiede und geht neugierig aufeinander zu.

Wie war das Motto der Eröffnungsveranstaltung:

Wissenschaft ohne Grenzen

Ich bin gespannt auf den nächsten Tag!



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